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Beiträge zur Geschichte der Stadt Lauta/ Niederlausitz und ihrer Ortsteile

Kategorie: Allgemein

Beitragende gesucht – in eigener Sache (2)

Liebe geschichtsinteressierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lauta,

seit über einem Jahr gibt es hier im Internet eine digitale Chronik unserer Stadt und Ihrer Ortsteile. Bisher sind 18 Artikel von unterschiedlichen Autorinnen und Autoren erschienen.

Zur Verstärkung unseres Zeitenleser-Teams sind wir derzeit auf der Suche nach engagierten und geschichtsinteressierten Bürgerinnen und Bürgern. Wenn Sie sich vorstellen können, als Gastautoren oder gerne auch als regelmäßige Beitragende auf ehrenamtlicher Basis Artikel für unser Projekt beizusteuern, so sind Sie herzlich willkommen!  Vorschläge für weitere Themen nehmen wir ebenso gerne entgegen. Auch an persönlichen Gesprächen und Kritik aus der Bevölkerung sind wir sehr interessiert.

Sie können uns per E-Mail unter michaelpeterschadow@gmail.com erreichen!

Dr. Gabriele Schluttig & Michael Peter Schadow (M.A.) für das Zeitenleser-Team

Straßennamen – in eigener Sache

Straßennamen sind für alle Bewohner/innen der jeweiligen Straßen wichtig. Es geht nicht nur um die Vergangenheit, sondern es sollte auch von Interesse sein, warum die Straße, in der man wohnt, gerade diesen Namen führt.

Vielleicht gibt es in Lauta noch Einwohner/innen (oder ehemalige), die sich an alte Namen oder Umbenennungen erinnern können, dazu Erinnerungen haben (eventuell auch Fotos) und die deshalb Aufklärungen zu offenen Fragen geben können. So findet man z.B. in einer Publikation über Lauta den Satz »Noch bis in die fünfziger Jahre kannten die Lautaer die Friedrich-Ebert-Straße …. nur als Hutstraße«. Im Archiv gibt es dazu keine Aussagen.

Jeder Kommentar ist hilfreich und erwünscht.
g.schluttig@gmx.de oder michaelpeterschadow@gmail.com

Straßennamen von Lauta Nord (Gartenstadt) – Teil 1 (Dr. Gabriele Schluttig)

Etwa in der Epoche des Mittelalters wurde begonnen, in größer werdenden Orten, den Straßen und Plätzen Namen zu geben. Diese Namen bezogen sich meist auf die dort lebenden Bewohner, ihre Berufe oder es erfolgte eine Namensgebung nach Heiligen oder wichtigen Persönlichkeiten.

1917 beginnt der Aufbau des Aluminium- und Kraftwerkes und verbunden damit entsteht eine Wohnsiedlung, die den Namen »Lautawerk« erhält. Ab 1918 entstehen zunächst nördlich des Werksgeländes Werkswohnungen für Arbeiter und Angestellte sowie Villen für Direktoren und Hauptingenieure. Der Architekt Clemens Simon legte zwei Entwürfe vor, die für ca. 2.150 Familien den Bau von Wohnungen vorsahen. Nicht alles wurde verwirklicht, aber bis zum Jahr 1931 entstand eine Stadt, in der neben Siedlungshäusern und Villen stadttypische Anlagen und gemeinnützige Gebäude errichtet worden waren. Dies waren Ledigenwohnheime, eine evangelische und eine katholische Kirche nebst Pfarrhäusern, eine Volksschule, eine Großbäckerei, ein Einkaufszentrum, eine Apotheke und ein Postamt und auch eine Gaststätte mit Kino.

Das Besondere an Lautawerk war, dass der Ort nach Architekturplänen entstand und daher keine über längere Zeiträume gewachsene Stadt war. Dementsprechend wurden die Namen der Straßen und Plätze bewusst gewählt. Dies bedeutet, dass die Namensgebung nach zeit- oder ortstypischen Bedeutungen erfolgte. Im Fall von Lautawerk heißt das, dass die Bedeutung des Aufbaus des Aluminiumwerkes dominierend war und eine Reihe von Straßen ihre Namen nach bekannten Chemikern und vor allem nach Chemikern, die für die VAW wichtig waren (Specketer, Pistor), erhielten. Natürlich gab es auch traditionelle Namensgebungen wie »Tätschwitzerstraße« (Straße zum Nachbarort), »Am Anger«, »Am Markt«.

Bezeichnend ist auch, dass nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus im Jahr 1933 Umbenennungen stattfanden und Namen auftauchten, die für diese Epoche typisch waren (Hermann Göring, Moltke, Roon) und, vielleicht in Verbindung mit der Bedeutung des Aluminiumwerkes für die Flugzeugindustrie, Namen von damals allgemein bekannten Jagdfliegern (Boelke, Immelmann).

Das Ende des Weltkrieges 1945 war auch für Lautawerk verbunden mit erneuten Umbenennungen von Straßen. Jetzt hießen diese nach Rosa Luxemburg, Otto Wels, Karl Marx oder zur Ehrung von örtlichen Opfern des Faschismus nach Fritz Constantin und Arthur Theuner.

Die Straßennamen von Lauta sind nicht nur von historischem Interesse, sie können auch den heutigen Bewohnern zeigen, welche Vergangenheit unsere Stadt hat. Die Stadt Lauta hat (ohne Laubusch, Torno und Leippe) 78 Straßen und Plätze.

Davon gehören 22 Straßen und Plätze nach Lauta Nord, in die Gartenstadt Lauta, welche in diesem ersten Teil der Nachforschungen zu den Namensgebungen unserer Straßen betrachtet werden. Dies geschieht hier unabhängig von der Bedeutung oder Länge einer Straße, sondern ausschließlich in alphabetischer Reihenfolge.

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Historisches Fundstück: Predigt zur Einweihung der evangelischen Kirche Lautawerk, gelesen am vierten Advent 1924

Am vierten Advent 1924 wurde die evangelische Kirche in Lautawerk geweiht. Pfarrer Friedrich Müller (1889-1942) hielt zu diesem Anlass seine erste Predigt im neuen Gotteshaus.
Da dem Kirchenarchiv Lauta-Dorf nur eine (aus papiertechnischen Gründen) nicht leicht zu lesende Kopie vorliegt, diese Predigt aber wichtig ist, nicht nur als Einweihungspredigt, sondern aufgrund ihrer Aussagen, wurde sie für diesen Beitrag übertragen.

»Soll so unsere Kirche der Ort sein, da Gottes Ehre wohnt, dann wird sie unsere Gemeinde nicht nur räumlich in ihren Mauern vereinigen, sondern ihr ein Wahrzeichen innerster Zusammengehörigkeit werden.«

Das da von Anfang war,
das wir gehöret haben,
das wir gesehen haben mit unseren Augen,
das wir beschauet haben
und unsere Hände betastet haben
vom Wort des Lebens.
und das Leben ist erschienen
und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen
euch das Leben,
welches war bei dem Vater,
und ist uns erschienen:
Was wir gesehen und gehöret haben,
das verkündigen wir euch,
auf dass auch ihr mit uns Gemeinschaft habt;
und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater
und mit seinem Sohn Jesu Christo.
Und solches schreiben wir euch, auf dass eure Freude völlig sei!
(1.Joh. 1-4)

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Kurzabriss der Geschichte Johannisthals (Sebastian Grosser)

Einführung

Der im Folgenden beschriebene Ortsteil Johannisthal ist ein naturräumliches Kleinod aus sanften Hügeln, Kiefern- sowie Birken- und Eichenbeständen im Nordwesten des Landkreises Bautzen an der Landesgrenze zu Brandenburg. Begrenzt wird es im Süden von Leippe, im Osten von Torno und im Westen/Nordwesten von den Tagebaurestlöchern Heide V und Heide VI. Johannisthal wird geologisch der Hohenbockaer Hochfläche zugeordnet und entstand während der zweiten Elstereiszeit, wobei die Gletscher hier intensive Aufstauchungen der tertiären Bodenschichten verursachten. Dadurch konnten Rohstoffe wie Ton, Glassand und Braunkohle in eine oberflächennahe und wirtschaftlich abbaubare Position gebracht werden. Den Rest des Beitrags lesen »

Der heilige Laurentius und das Wappen der Stadt Lauta – Bemerkungen zum Laurentiustag 2016 (Michael Peter Schadow)

Noch heute finden sich Spuren der Märtyrer des frühen Christentums – und das nicht nur in Kirchen. Eine dieser Spuren führt uns zum Wappen der Stadt Lauta: Hier ist ebenfalls ein Märtyrer dargestellt, der gleichsam als Heiliger verehrt wird. Gemeint ist der heilige Laurentius von Rom (?-10.8.258), der auf einer Glocke dargestellt ist. Was wissen wir aber über den heiligen Laurentius? Was bedeutet diese Glocke? Und warum taucht Laurentius im Wappen unserer Stadt auf?
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Die Stadt und Region Lauta – ein Überblick (Kathleen Häußer-Beciri)

Zur Einführung möchte ich einen kurzen Überblick über die Stadt und Region Lauta geben. Historische Besonderheiten sollen an dieser Stelle nicht detailliert beleuchtet werden – dazu wird es zukünftig zu verschiedenen Themen weitere Artikel geben. Da es nicht ausschließlich um Lauta gehen soll, sondern auch die Ortsteile Laubusch, Lauta-Dorf und Leippe-Torno in die Betrachtungen mit einbezogen werden, habe ich bewusst den Begriff „Region“ Lauta gewählt. Den Rest des Beitrags lesen »

Eine gute und eine schlechte Nachricht

Liebe Leserin, lieber Leser!

Für all diejenigen unter Ihnen, die glauben, die Regionalgeschichte der Stadt Lauta und ihrer Ortsteile sei bereits umfassend aufgearbeitet, denn es gäbe ja schließlich schon je eine Chronik über Lauta, Laubusch und Leippe-Torno, für die habe ich eine schlechte Nachricht: Nein, in Lauta und Umgebung schlummern noch meterweise Aktenbestände, die unsere Geschichte dokumentieren. Diese Quellen legen Zeugnis ab über eine Geschichte, die, beispielsweise im Fall des alten Dorfes Lauta, bis ins späte Mittelalter zurückreicht. Ich denke da besonders an die Pfarrämter, die ehemaligen Gemeindeverwaltungen in Torno und Laubusch oder an das Stadtarchiv. Aber auch Interviews, Pläne, Karten, Bücher, private Aufzeichnungen und Nachlässe kommen als Quellen in Frage, ganz abgesehen von der Flut an Bildern und Fotografien aus dem 20. Jahrhundert. Dabei ist stets zu beachten, dass jede Generation, jede Zeit, jedes politische System ihre eigenen Fragen an unsere Geschichte formuliert.
Aus diesem Grunde kann etwa das Buch über Lauta, ausgearbeitet von einer Autorengruppe, aus den 1990er Jahren stammend und rund 100 (!) Seiten umfassend, keinen zeitgemäßen Einblick in die Stadt- und Regionalgeschichte bieten. Diesem Anspruch werden – aus meiner Sicht – derzeit nur zwei Publikationen annäherend gerecht: Erstens, die Dissertationsschrift von Peter J. Belli aus dem Jahre 2012, der die Geschichte des Lautawerkes (Vereinigte Aluminium-Werke AG) von 1917 bis 1948 mit großer Akribie nachzeichnet. Und, zweitens, die als Geschichtsbuch angelegte Ortschronik der ehemaligen Gemeinde Leippe-Torno (erschienen 2013), erarbeitet von der langjährigen Ortschronistin und ehemaligen Bürgermeisterin, Gisela Ehrlich, unter Mitarbeit vieler geschichtsinteressierter Bürgerinnen und Bürger der jetzigen Ortsteile Leippe und Torno innerhalb der Stadt Lauta.
Dennoch habe ich für alle Geschichtsinteressierten und Heimatverbundenen in Lauta, Laubusch, Leippe, Torno und Lauta-Dorf auch eine gute Nachricht:

Dieses Weblog wird ab 1. August 2016 in regelmäßigen Abständen Beiträge zur Regionalgeschichte der Stadt Lauta/ Niederlausitz und ihrer Ortsteile publizieren.

Dazu hat sich eine Gruppe von 5 Personen gebildet. Zu den einzelnen Mitwirkenden finden Sie unter dem Menüpunkt »Beitragende« nähere Informationen. Sollten Sie ebenfalls Interesse an einer Mitarbeit in unserem Zeitenleser-Projekt haben, so können Sie sehr gern Kontakt mit mir aufnehmen (vgl. Menüpunkt »Kontakt«). Für weiterführende Informationen über die Regionalgeschichte unserer Stadt und ihrer Ortsteile soll unter dem Menüpunkt »Literatur« eine fortlaufende Literaturliste angelegt werden.
Geplant sind eine kurze Einführung zu unserer Stadt und ihren Ortsteilen (Kathleen Häußer-Beciri) sowie Beiträge über Johannisthal (Sebastian Grosser), den Raum und die Grenzen unserer Stadt/ Region (Monika Tschöke). Ferner soll sich einer unserer ersten Artikel mit dem grundsätzlichen Sinn einer solchen Geschichte der Region Lauta befassen (Michael Peter Schadow).

Lassen Sie sich also überraschen und schauen Sie wieder vorbei!

Eine schöne Sommerzeit wünscht Ihnen im Namen des gesamten Zeitenleser-Teams

Ihr

Michael Peter Schadow