Ab wann gab es in Leippe eine Schule? (Michael Peter Schadow)

von zeitenleser

Wo eine Schule ist, da ist Leben. Dort gibt es Familien mit Kindern, dort gibt es Lehrer. So auch im Ortsteil Leippe.  Wie Frau Ehrlich in ihrer Chronik von Leippe-Torno ausführt, beginnt jenes „Schul-Protocoll“, das in den Räumen der Ortschronik Torno vorliegt, im Jahre 1827. Gleichzeitig geht aus diesen chronikartigen Aufzeichnungen und dem überlieferten Schülerverzeichnis hervor, dass es schon vor 1827 einen regelmäßigen Schulbetrieb gegeben haben muss.

Schiefertafel (Foto: Devannath on Pixabay.com)

Nun wurde eine alte Schulakte gesichtet, die dies bestätigt: Martin Spann (? – 1845), damals Pfarrer zu Lauta-Dorf und in dieser Funktion auch für das (Volks-)Schulwesen in der hiesigen Parochie zuständig, führte bereits ab 1822 ein Protokoll über das schulische Leben in Leippe. Der erste Eintrag ist auf den 19. April 1822 zu datieren und berichtet gar von einem dritten und noch älteren „Schul-Protocoll“, welches „bey dem Abgang des Lehrers Kopel [?] nach […] verlohrengegangen“ sei. Deshalb legte Pfarrer Spann 1822 kurzerhand ein weiteres Schulprotokoll an. Auch findet sich in dieser Akte ein Schreiben vom 15. November 1822, in dem über die Einrichtung einer Obstbaumschule in Leippe nachgedacht wird.

Es kann also davon ausgegangen werden, dass es in Leippe lange vor 1827 eine einfache Volksschule gegeben hat. Meine Hypothese wäre die, wonach mit den unser Territorium betreffenden Gebietsübertragungen von Sachsen nach Preußen im Gefolge des Wiener Kongresses von 1815 auch preußisches Schulrecht in unser Gebiet eingeführt wurde. Bekanntlich war das preußische Schulwesen zu dieser Zeit relativ fortschrittlich, was auch mit den bildungspolitischen Implikationen der preußischen Reformen zu tun hatte. So wäre es gut möglich, dass auch in Leippe zu jener Zeit eine Volksschule eingerichtet wurde.

Michael Peter Schadow