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Beiträge zur Geschichte der Stadt Lauta/ Niederlausitz und ihrer Ortsteile

Monat: September, 2017

Beitragende gesucht – in eigener Sache (2)

Liebe geschichtsinteressierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lauta,

seit über einem Jahr gibt es hier im Internet eine digitale Chronik unserer Stadt und Ihrer Ortsteile. Bisher sind 18 Artikel von unterschiedlichen Autorinnen und Autoren erschienen.

Zur Verstärkung unseres Zeitenleser-Teams sind wir derzeit auf der Suche nach engagierten und geschichtsinteressierten Bürgerinnen und Bürgern. Wenn Sie sich vorstellen können, als Gastautoren oder gerne auch als regelmäßige Beitragende auf ehrenamtlicher Basis Artikel für unser Projekt beizusteuern, so sind Sie herzlich willkommen!  Vorschläge für weitere Themen nehmen wir ebenso gerne entgegen. Auch an persönlichen Gesprächen und Kritik aus der Bevölkerung sind wir sehr interessiert.

Sie können uns per E-Mail unter michaelpeterschadow@gmail.com erreichen!

Dr. Gabriele Schluttig & Michael Peter Schadow (M.A.) für das Zeitenleser-Team

Straßennamen – in eigener Sache

Straßennamen sind für alle Bewohner/innen der jeweiligen Straßen wichtig. Es geht nicht nur um die Vergangenheit, sondern es sollte auch von Interesse sein, warum die Straße, in der man wohnt, gerade diesen Namen führt.

Vielleicht gibt es in Lauta noch Einwohner/innen (oder ehemalige), die sich an alte Namen oder Umbenennungen erinnern können, dazu Erinnerungen haben (eventuell auch Fotos) und die deshalb Aufklärungen zu offenen Fragen geben können. So findet man z.B. in einer Publikation über Lauta den Satz »Noch bis in die fünfziger Jahre kannten die Lautaer die Friedrich-Ebert-Straße …. nur als Hutstraße«. Im Archiv gibt es dazu keine Aussagen.

Jeder Kommentar ist hilfreich und erwünscht.
g.schluttig@gmx.de oder michaelpeterschadow@gmail.com

Straßennamen von Lauta Nord (Gartenstadt) – Teil 1 (Dr. Gabriele Schluttig)

Etwa in der Epoche des Mittelalters wurde begonnen, in größer werdenden Orten, den Straßen und Plätzen Namen zu geben. Diese Namen bezogen sich meist auf die dort lebenden Bewohner, ihre Berufe oder es erfolgte eine Namensgebung nach Heiligen oder wichtigen Persönlichkeiten.

1917 beginnt der Aufbau des Aluminium- und Kraftwerkes und verbunden damit entsteht eine Wohnsiedlung, die den Namen »Lautawerk« erhält. Ab 1918 entstehen zunächst nördlich des Werksgeländes Werkswohnungen für Arbeiter und Angestellte sowie Villen für Direktoren und Hauptingenieure. Der Architekt Clemens Simon legte zwei Entwürfe vor, die für ca. 2.150 Familien den Bau von Wohnungen vorsahen. Nicht alles wurde verwirklicht, aber bis zum Jahr 1931 entstand eine Stadt, in der neben Siedlungshäusern und Villen stadttypische Anlagen und gemeinnützige Gebäude errichtet worden waren. Dies waren Ledigenwohnheime, eine evangelische und eine katholische Kirche nebst Pfarrhäusern, eine Volksschule, eine Großbäckerei, ein Einkaufszentrum, eine Apotheke und ein Postamt und auch eine Gaststätte mit Kino.

Das Besondere an Lautawerk war, dass der Ort nach Architekturplänen entstand und daher keine über längere Zeiträume gewachsene Stadt war. Dementsprechend wurden die Namen der Straßen und Plätze bewusst gewählt. Dies bedeutet, dass die Namensgebung nach zeit- oder ortstypischen Bedeutungen erfolgte. Im Fall von Lautawerk heißt das, dass die Bedeutung des Aufbaus des Aluminiumwerkes dominierend war und eine Reihe von Straßen ihre Namen nach bekannten Chemikern und vor allem nach Chemikern, die für die VAW wichtig waren (Specketer, Pistor), erhielten. Natürlich gab es auch traditionelle Namensgebungen wie »Tätschwitzerstraße« (Straße zum Nachbarort), »Am Anger«, »Am Markt«.

Bezeichnend ist auch, dass nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus im Jahr 1933 Umbenennungen stattfanden und Namen auftauchten, die für diese Epoche typisch waren (Hermann Göring, Moltke, Roon) und, vielleicht in Verbindung mit der Bedeutung des Aluminiumwerkes für die Flugzeugindustrie, Namen von damals allgemein bekannten Jagdfliegern (Boelke, Immelmann).

Das Ende des Weltkrieges 1945 war auch für Lautawerk verbunden mit erneuten Umbenennungen von Straßen. Jetzt hießen diese nach Rosa Luxemburg, Otto Wels, Karl Marx oder zur Ehrung von örtlichen Opfern des Faschismus nach Fritz Constantin und Arthur Theuner.

Die Straßennamen von Lauta sind nicht nur von historischem Interesse, sie können auch den heutigen Bewohnern zeigen, welche Vergangenheit unsere Stadt hat. Die Stadt Lauta hat (ohne Laubusch, Torno und Leippe) 78 Straßen und Plätze.

Davon gehören 22 Straßen und Plätze nach Lauta Nord, in die Gartenstadt Lauta, welche in diesem ersten Teil der Nachforschungen zu den Namensgebungen unserer Straßen betrachtet werden. Dies geschieht hier unabhängig von der Bedeutung oder Länge einer Straße, sondern ausschließlich in alphabetischer Reihenfolge.

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